314. Der BR stellt sich mit seiner Umfrage selbst in Frage
Dienstag, 20. Oktober 2015 | Autor: intern
Frankenlied
Lieber Blog Besucher,
der BR(Bayerische Rundfunk) hat wieder einmal mit einer Umfrage versucht die Franken zu manipulieren. Mir ist dabei eingefallen, dass mir vor einigen Jahren einmal ein politisch interessierter Bürger die Abkürzung BR gleich Besatzungs Rundfunk übersetzt hat. Wenn man sieht wie in München gearbeitet wird, dann ist da einiges an Wahrheit auszumachen. Joachim Kalb seines Zeichens 2.Vorsitzender im Fränkischen Bund hat sich zu dieser Umfrage des BR einmal seine eigenen Gedanken gemacht.
Joachim Kalb
Der BR stellt sich mit seiner Umfrage selbst in Frage
– Ein Kommentar aus fränkischer Sicht –
Joachim Kalb
Nur 1000 Personen aus allen Bezirken wurden im Auftrag des Bayrischen Rundfunks zielgerichtet befragt. Diese diesjährige Stimmungsumfrage des BR zeigt vor allem eines: Man kann Jahre, ja Jahrhunderte auf ein Volk einhämmern, dass es ein anderes sei, es nützt nichts. So sind die Schotten halt keine Engländer, die Katalanen sind halt Katalanen und wir Franken sind halt keine Bayern. Selbst wenn uns das der BR und noch nervigere und aggressivere Privatsender wie Antenne Bayern weismachen wollen.
Nun hat man sich noch nicht mal direkt getraut zu fragen „Fühlen Sie sich als Franke oder Bayer“, sondern das Wort Franken vermieden. Und trotzdem hat die Mehrheit der Franken deutlich gemacht, dass sie sehr gerne in ihrer fränkischen Heimat leben, aber mit Bayern nicht viel anfangen kann.
Wahrscheinlich hoffen wir wieder einmal vergebens darauf, dass der BR Konsequenzen aus dieser Umfrage zieht und endlich mal seinem Auftrag laut Rundfunkgesetz nachkommt und insbesondere bei Unterhaltungssendungen usw. den fränkischen und schwäbischen Kulturkreis berücksichtigt. Nicht über 100 Tatorte aus München, Chiemseer Volkstheater, Dahoam is dahoam im Seppldialekt usw., sondern Tatort, Dialekttheater, Gschichtla aus Coburg, Bamberg, Nürnberg und Memmingen. Das Gedöns um Neuschwanstein, Kini, Berge usw. kann noch so groß sein, Tatsache aber ist, dass Bamberg, Würzburg und Bayreuth Weltkulturerbestädte sind.
Und wenn der BR nicht endlich aufhört, unsere fränkische Geschichte zu ignorieren bzw. verfälscht darzustellen, dann wird und muss es bei der absehbaren zukünftigen Diskussion zur Neugliederung des Bundesgebietes in naher Zukunft ein Bundesland Franken geben. Die Mehrheiten dafür wären laut BR-Umfragen trotz 60-jähriger weiß-blauer Dauerberieselung gegeben! Nachdem Bayern, was die Verwaltungskosten pro Kopf betrifft, einen traurigen Spitzenplatz unter den Bundesländern einnimmt, wäre Franken als Bundesland auch noch eine preiswerte und damit geldsparende Angelegenheit.
Von den Medien in Franken (fränkische Medien gibt es leider nicht) kaum beachtet, hat unterdessen Heimatminister Markus Söder (CSU) seine diesjährigen Kulturpreise ausschließlich in Oberbayern vergeben, geradezu lächerlich! Wir haben ihn durchschaut, unser „Chamäleon“ aus Franken mit weiß-blauer Grundierung, die stets durchschimmert. Statt Wahlreden in Sepplseifenopern wie „Dahoam is dahoam“ zu halten, sollte er endlich mal die geistig- moralische Wende in der zentralistischen oberbayernlastigen Landespolitik in allen Bereichen einleiten!
Die Verleihung des Kulturpreises macht für alle sichtbar, wie ein Franke sich bis zur Unkenntlichkeit verbiegen muss und letztendlich doch kein Ministerpräsident wird, eben weil er ein Franke ist! Schade, denn Minister Söder hatte durchaus mit guten Aktionen für die Region Franken begonnen. Aber leider ist das wieder vollständig im Sande verlaufen.
Dann gab es noch 60 Mio. für Nordbayern in drei Show-Veranstaltungen, von gleich drei Ministern unter Beifall der sog. fränkischen Politelite zelebriert. Drei Mal so viel, also 180 Mio. von insgesamt 445 Mio. Gesamtkosten bekommt München für die Renovierung des Deutschen Museums von der Landesregierung gesponsert.
Schlußbemerkung von mir:
Jeder Franke sollte sich einmal klar darüber sein, dass der BR und die Bayerische Staatsregierung ihren Auftrag nicht gerecht werden, nämlich gleiche prozentuale Berichterstattung über alle Regierungen und gleiche Verteilung der Finanzen. Franken hätte allein die Kraft als starkes Bundesland zu existieren, wenn man seine eigenen Steuereinnahmen einsetzen könnte und nicht von den Brosamen aus München abhängig wäre.
Es ist schlicht und einfach die Unwahrheit zu behaupten, dass die Schaffung einer eigenen Regierung hohe Kosten verursachen würde. Denn die Beamten und Gebäude die wir brauchen sind alle vorhanden. Ganz im Gegenteil, wir können einige von Ihnen die München hier als Befehlsempfänger installiert hat, nach Altbayern entlassen, und unsere guten Leute aus Altbayern zurück beordern.
Dann können wir auch einen eigenen fränkischen Rundfunk schaffen, der ausführlich, ehrlich und umfassend über unsere schöne Heimat Franken berichtet. Nachrichten aus dem Ausland Altbayern werden selbstverständlich auch gesendet.
Wussten Sie schon, dass…ein Bundesland Franken von 17 Bundesländern von der Fläche her auf Platz 7, von der Bevölkerung auf Platz 7 und von der Wirtschaftskraft her noch auf Platz 6 stehen würde? Wir müssen uns aber beeilen mit dem Bundesland, denn wirtschaftlich fallen wir im innerbayerischen Vergleich aufgrund der verfehlten einseitigen bayerischen Strukturpolitik seit 1965 stetig zurück!